Was unterscheidet eine Roboterkarte von einer gemeinsamen Karte?

Ein Roboter nutzt Navigationsinformationen, um seine Position und seine Bewegungsmöglichkeiten zu bestimmen. Lokalisierung bezeichnet die Schätzung seiner Position. Eine gemeinsame Betriebskarte ergänzt die Bezeichnungen und Regeln, die zur Koordination des Standorts benötigt werden.

Die folgenden drei Arten von Informationen sollten getrennt betrachtet werden.

Information Einfache Erklärung Beispiel
Navigationskarte des Roboters Was der Roboter zur Positionsbestimmung und Navigation nutzt Wände, Orientierungspunkte und weitere von seinen Sensoren erfasste Merkmale
Gemeinsame Betriebskarte Wo Transporte stattfinden dürfen und wie die einzelnen Orte verbunden sind Verpackungsstation, Gang mit Einbahnregelung, Ladegerät und Palettenübergabepunkt
Aktuelle Betriebsinformationen Was gerade geschieht Ein Roboter nähert sich, eine Station ist belegt oder ein Fahrweg ist blockiert

ROS steht für Robot Operating System. Es ist eine weit verbreitete Open-Source-Sammlung von Softwarewerkzeugen und Komponenten zur Entwicklung von Roboteranwendungen. Sie hilft Entwicklern, die Roboterhardware mit der steuernden Software zu verbinden, statt jeden Bestandteil neu zu entwickeln. ROS bietet damit auch eine Möglichkeit, eine übergeordnete Standortkarte zu erstellen. Eine solche Karte sollte mit ROS-Werkzeugen entwickelt werden oder zumindest mit ROS kompatibel sein. SyncroBot nutzt ROS für seine gemeinsame Standortkarte.

ROS unterscheidet zwischen Koordinatensystemen für den Roboter selbst, seine lokal geschätzte Bewegung und seine Position auf einer Karte. Deshalb muss bei jeder vom Roboter gemeldeten Koordinate klar sein, auf welches System sie sich bezieht. Erst dann lässt sie sich in anderen Systemen richtig verwenden.

In der Praxis heißt das: Wenn die Übersicht zwei Fahrzeuge an derselben Kreuzung zeigt, müssen beide Positionsangaben auch dieselbe Kreuzung im Gebäude meinen.

Warum sind getrennte Karten aufwendig zu verwalten?

Stellen Sie sich ein Lager vor, das eine Robotermarke für Wagen und eine andere für Paletten nutzt. Beide fahren durch denselben Hauptgang. Ein Anbieter nennt den Verpackungsbereich „Station 12“, der andere „Abgabepunkt B“. Das WMS verwendet einen dritten Ortscode.

Mit diesen unterschiedlichen Bezeichnungen lässt sich arbeiten, solange die Fahrwege getrennt bleiben. Sie werden zum betrieblichen Problem, wenn Aufträge zwischen Systemen wechseln, sich das Layout ändert oder ein dritter Anbieter am Standort hinzukommt.

In einer gemeinsamen Standortkarte wird zentral hinterlegt, welcher Lagerort welchem tatsächlichen Übergabepunkt entspricht. Das WMS kann seine Ortscodes weiterverwenden. Das Flottenmanagement ermittelt daraus die Zielposition und die passende Anfahrt für den ausgewählten Roboter.

Das erleichtert die Organisation von Änderungen. Außerdem können Mitarbeitende einen fehlgeschlagenen Transport untersuchen, ohne zuerst herausfinden zu müssen, auf welcher Herstellerkarte die betreffende Station liegt. Der Nutzen entsteht durch konsistente Informationen und einen klaren Aktualisierungsprozess, nicht allein durch mehrere farbige Punkte auf einem Bildschirm.

Wie werden unterschiedliche Roboterkarten aufeinander ausgerichtet?

Verschiedene Roboter können ihre Position von unterschiedlichen Ausgangspunkten und Ausrichtungen aus messen. Fachleute nennen einen solchen Bezug ein Koordinatensystem. Die Ausrichtung der Systeme legt fest, wie eine Position in einer Karte einer Position in einer anderen entspricht.

Ein Roboter kann beispielsweise den Ladebereich als Kartenursprung verwenden, während ein anderer am Lagereingang beginnt. Beide können für sich korrekt navigieren. Ihre Positionsmeldungen lassen sich jedoch ohne Umrechnung nicht einfach gemeinsam darstellen.

Die ROS-Dokumentation beschreibt die Beziehungen zwischen Koordinatensystemen. Bei Anwendungen mit mehreren Robotern muss die Integration zusätzlich die Beziehung zwischen der Karte jedes Fahrzeugs und dem gemeinsamen Standortbezug herstellen.

Standortverantwortliche müssen diese Umrechnung nicht selbst berechnen. Lassen Sie sich bei der Abnahme an bekannten Stationen und Kreuzungen zeigen, dass die Umrechnung korrekt funktioniert. Prüfen Sie Position und Ausrichtung, also die Orientierung des Roboters. Prüfen Sie auch, was geschieht, wenn ein Roboter eine neue Karte erstellt oder in einen anderen Bereich versetzt wird.

Die Kartenausrichtung ist bei Übergaben besonders wichtig. Den richtigen Bereich zu erreichen reicht nicht, wenn ein Fahrzeug sich an einem Förderer ausrichten oder einen Wagen von einer bestimmten Seite aufnehmen muss.

Welche Informationen sollte die gemeinsame Karte enthalten?

Beginnen Sie mit den Regeln für den Betrieb, nicht mit einer detaillierten Zeichnung aller Gegenstände im Gebäude.

Kartenelement Warum der Betrieb es benötigt
Eindeutig bezeichnete Stationen Aufträge erhalten einen einheitlichen Bezug für Abholung und Lieferung
Zulässige Fahrwege Roboter erhalten Fahrwege, die für den Standort geeignet sind
Fahrzeugbeschränkungen Ein beladenes Palettenfahrzeug wird nicht durch einen ungeeigneten Durchgang geführt
Gemeinsam genutzte Kreuzungen und enge Gänge Die Verkehrssteuerung kennt Bereiche, deren Zugang koordiniert werden muss
Übergabe- und Ladebereiche Warten und Laden lassen sich planen, ohne andere Abläufe zu behindern
Vorübergehende Sperrungen Ein Wartungsbereich kann aus dem verfügbaren Wegenetz genommen werden

Roboter und Last müssen gemeinsam betrachtet werden. Ein Weg, der für ein unbeladenes Fahrzeug geeignet ist, kann für eine breite Last oder einen Wagenzug ungeeignet sein. Ebenso bietet eine gerade befahrbare Strecke möglicherweise nicht genügend Platz zum Wenden.

Trennen Sie dauerhafte Standortregeln von vorübergehenden Beobachtungen. Ein neues Hindernis kann eine zeitweilige Sperrung rechtfertigen. Es sollte aber nicht automatisch eine freigegebene Lieferstation oder eine dauerhafte Zugangsbeschränkung überschreiben.

Steuert eine gemeinsame Karte den Verkehr?

Eine Karte beschreibt den verfügbaren Raum und dessen Regeln. Die Verkehrssteuerung entscheidet, wie Fahrzeuge diesen Raum im Zeitverlauf nutzen. Beide Funktionen müssen zusammenarbeiten, sind aber nicht identisch.

Denken Sie an einen engen Gang, in dem zwei entgegenkommende Fahrzeuge nicht aneinander vorbeifahren können. Die gemeinsame Karte kennzeichnet den Gang. Die Verkehrssteuerung benötigt dann eine Regel, nach der ein Fahrzeug einfährt, während das andere an einer geeigneten Stelle wartet.

Die Koordination wird anspruchsvoller, wenn Fahrzeuge ihre Position in unterschiedlichen Abständen melden, unerwartet stoppen oder Befehle aus getrennten Systemen erhalten. Eine zentrale Ansicht ist nur dann hilfreich, wenn die zuständige Steuerung zuverlässige Statusinformationen erhält und die beteiligten Flotten steuern kann.

SyncroBot verbindet die Koordination auf einer gemeinsamen Karte mit Routenplanung und Verkehrsregeln für die Flotte. Testen Sie diese Funktionen im Projektgespräch gemeinsam mit den vorgesehenen Robotern und den tatsächlichen Kreuzungen des Standorts.

Wie sollten Layoutänderungen verwaltet werden?

Behandeln Sie eine verlegte Station als Prozessänderung. Bestätigen Sie ihre neue Position, Anfahrtrichtung, den Freiraum für die Last und die Verbindung zu den zulässigen Fahrwegen. Prüfen Sie außerdem, ob die Ortskennung in den Transportanforderungen aus WMS und Produktion zur neuen Position passt.

Zu einem praktikablen Änderungsprozess gehören eine klar benannte verantwortliche Person, eine eindeutig erkennbare Kartenversion und eine Möglichkeit zur Rückkehr zur vorherigen Konfiguration. Testen Sie die betroffenen Wege, bevor Sie die Änderung für alle Fahrzeuge freigeben. Mitarbeitende sollten erkennen können, welche Version aktiv ist.

Für vorübergehende Ereignisse genügt ein einfacherer Ablauf. Kennzeichnen Sie den nicht verfügbaren Bereich, passen Sie die betroffenen Aufträge an und entfernen Sie die Einschränkung, sobald der Bereich wieder genutzt werden kann. Das unterscheidet sich von einer dauerhaften Änderung des Standortlayouts.

Die Softwareplattform von SyncroBot unterstützt flexible Prozessänderungen, wenn sich Layout und betriebliche Anforderungen weiterentwickeln. Eine verlegte Abholstation, ein neuer Lieferpunkt oder eine geänderte Reihenfolge von Transportschritten sollte sowohl in der gemeinsamen Karte als auch im betroffenen Ablauf abgebildet werden. So können sich die Standortprozesse weiterentwickeln, während Karteninformationen und Transportanweisungen aufeinander abgestimmt bleiben.

Die Kartensynchronisierung von SyncroBot soll relevante Kartenänderungen innerhalb der Flotte verteilen. Das Betriebsteam sollte festlegen, welche Beobachtungen die aktuelle Routenführung beeinflussen und welche Layoutänderungen eine Freigabe benötigen.

Wie erleichtert eine zentrale Karte die Erweiterung?

Mit einem einheitlichen Standortmodell kann ein neuer Roboter an Orte und Prozesse angebunden werden, die der Betrieb bereits nutzt. So muss die Kartierung des Lagers nicht für jedes zusätzliche Fahrzeug neu geplant werden.

Ein Teil der Arbeit bleibt fahrzeugspezifisch. Das Koordinatensystem des Roboters muss auf den Standort abgestimmt sein, die Beladung zur Station passen und die unterstützten Befehle müssen getestet werden. Die Wiederverwendung eines Stationsnamens stellt noch keine mechanische Kompatibilität her.

Eine gemeinsame Karte schafft außerdem eine nützliche Verbindung zu anderen Systemen. Dieselbe Abholzone kann in einem Roboterauftrag, einem Datenstrom zur Betriebsmittelortung und einem Betriebsbericht vorkommen. Der RTLS-Leitfaden erklärt, wie Standortinformationen helfen, Wagen und Lasten außerhalb robotergesteuerter Prozesse zu identifizieren.

Wenn Sie eine gemischte Flotte planen, sollten Sie bei der Beschaffung auf ein wiederverwendbares Standortmodell und dokumentierte Schnittstellen achten. Das erhält mehr Auswahlmöglichkeiten für künftige Roboter, als jeden Ablauf von einem anbieterspezifischen Stationscode abhängig zu machen.

Wo entsteht der wirtschaftliche Nutzen?

Bewerten Sie den Aufwand, eine Station hinzuzufügen, ein Fahrzeug einzuführen und auf einen blockierten Fahrweg zu reagieren. Gemeinsam genutzte Informationen können dabei doppelte Konfigurationsarbeit vermeiden und die Fehlerbehebung erleichtern.

Messen Sie auch die Transportleistung. Eine kürzere Route führt nicht automatisch zu einem besseren Betriebsergebnis, wenn sie Wartezeiten an einer stark genutzten Kreuzung verursacht. Vergleichen Sie erledigte Aufträge, Warteschlangen an Stationen und den Zeitaufwand für die Untersuchung von Störungen.

Bei geeigneten Anwendungen kann sich die Investition innerhalb von 18 Monaten amortisieren. Entscheidend sind das Transportvolumen und der Projektumfang. In die Rechnung gehören auch die verbleibenden manuellen Tätigkeiten und die laufenden Kosten. Eine gemeinsame Karte oder die Wahl einer bestimmten Schnittstelle allein garantiert keine solche Amortisation.

Mit SyncroBot eine gemeinsame Standortkarte einführen

Beginnen Sie mit dem aktuellen Layout und bestimmen Sie die Orte, die mehrere Prozesse oder Robotertypen gemeinsam nutzen müssen. Fragen Sie, wie bestehende Karten, Stationsnamen und Verkehrsregeln in ein gemeinsames Betriebsmodell überführt und spätere Änderungen verwaltet würden.

Kontaktieren Sie SyncroBot für eine projektspezifische Kostenschätzung zu Karteneinrichtung, erforderlichen Roboteranbindungen und Integration. Nutzen Sie den Amortisationsrechner.