Kurz erklärt
Die Orchestrierung gemischter Roboterflotten ist die Softwareebene, die Transportaufträge verteilt, Routen und Verkehrsregeln koordiniert, die Ausführung überwacht und die Behandlung von Störungen in der gesamten Roboterflotte unterstützt. Sie wird besonders wichtig, wenn sich Fahrzeuge nach Hersteller, Protokoll, Fähigkeiten oder Navigationsverhalten unterscheiden.
Was die Orchestrierungsebene leistet
Einzelne Roboter können navigieren und Befehle ausführen. Für den gemeinsamen Einsatz in einem Industriebetrieb braucht es jedoch einen Überblick über das gesamte System. Die Orchestrierungsebene entscheidet, welches geeignete Fahrzeug einen Auftrag erhält, koordiniert Bewegungen durch gemeinsam genutzte Bereiche, verfolgt die Ausführung und stellt den Flottenstatus für Bedienpersonen oder Unternehmenssysteme bereit.
- Empfängt oder erstellt Transportaufträge.
- Ordnet Aufgaben Fahrzeugen mit der erforderlichen Traglast, Schnittstelle und Einsatzfähigkeit zu.
- Koordiniert Routen, Kreuzungen, Zonen und Verkehrsprioritäten.
- Verfolgt Auftragszustand und Fahrzeugverfügbarkeit.
- Stellt Abläufe zur Störungsbehandlung und Betriebsdaten bereit.
Flottenmanagement und Fahrzeugnavigation sind unterschiedliche Aufgaben
Navigation bestimmt, wie ein einzelner Roboter seine Position ermittelt und sich sicher durch seine Umgebung bewegt. Die Flottenorchestrierung verteilt die Aufträge und stimmt die Bewegungen mehrerer Fahrzeuge aufeinander ab. Ein Projekt kann daher leistungsfähige autonome Fahrzeuge einsetzen und dennoch eine separate Ebene für Auftragsverteilung, Verkehrskoordination und herstellerübergreifenden Betrieb benötigen.
Wann sich die gemeinsame Steuerung einer gemischten Flotte lohnt
- Für Paletten, Wagen, Behälter oder Sonderlasten werden unterschiedliche Fahrzeugtypen benötigt.
- Bestehende Roboter sollen weiterarbeiten, während neue Anbieter hinzukommen.
- Mehrere Fahrzeuge teilen Kreuzungen, Gänge, Ladebereiche oder Bereitstellungszonen.
- Bedienpersonen benötigen eine gemeinsame Übersicht über Transportaufträge und Störungen.
- Das Unternehmen möchte vermeiden, jeden Ablauf von einem Roboterlieferanten abhängig zu machen.
Fragen zur Auswahl einer Lösung
- Welche Roboterprotokolle und Hersteller-APIs werden unterstützt und wie wird jede Integration getestet?
- Wie berücksichtigt die Steuerung Auftragsprioritäten, Fahrzeugfunktionen, Batterieladezeiten und Fahrzeugausfälle?
- Erfolgt die Routenplanung in der Flottensteuerung, auf dem Fahrzeug oder an beiden Stellen?
- Wie werden Sicherheitsverantwortlichkeiten von der betrieblichen Verkehrskoordination getrennt?
- Kann die Einführung vor einer ERP- oder WMS-Anbindung mit manuell oder durch Sensoren ausgelösten Aufträgen beginnen?
- Welche Betriebsdaten, Prüfprotokolle, Supportabläufe und Sicherheitsmaßnahmen stehen bereit?
Über diesen Leitfaden
Dieser Leitfaden erklärt das Thema herstellerneutral. Ob eine Lösung für Ihr Projekt geeignet ist, hängt von den Fahrzeugen, den Bedingungen vor Ort, dem Sicherheitskonzept, den Schnittstellen und Ihren betrieblichen Anforderungen ab.